Regelmässiges Saunieren stärkt Herz-Kreislauf-System, Immunsystem und Haut, senkt den Blutdruck und wirkt sich positiv auf Schlaf und Psyche aus. Wer sich Erholung zu Hause wünscht, muss dafür nicht jedes Mal einen Spa besuchen. Der eigene Saunagang leistet das ebenso. Dieser Beitrag zeigt, wie die einzelnen Wirkungen körperlich zustande kommen, was davon wissenschaftlich gut belegt ist und wann Sie besser auf einen Saunabesuch verzichten sollten.
Das Wichtigste in Kürze
Die Sauna Vorteile für den Körper entstehen durch den Wechsel aus Hitze und Abkühlung. Während des Saunagangs steigt Ihre Hauttemperatur stark an, die Körperkerntemperatur dagegen nur moderat. Die Hautgefässe weiten sich, damit der Körper Wärme abgeben kann. Gleichzeitig steigt die Herzfrequenz deutlich, das Herz pumpt mehr Blut pro Minute. Diese Kreislaufbelastung entspricht ungefähr einer leichten bis moderaten körperlichen Anstrengung, vergleichbar mit einer Belastung von 60 bis 100 Watt auf dem Fahrradergometer (Ketelhut & Ketelhut, 2019).
Sie schwitzen und verlieren dabei Wasser sowie, in geringerem Mass, Elektrolyte – trinken Sie deshalb vor und nach dem Saunagang ausreichend. In der Abkühlphase ziehen sich die Hautgefässe wieder zusammen, kalte Luft, Dusche oder Tauchbecken geben die Wärme schnell ab. Bei sehr abrupter Kälteeinwirkung kann der Blutdruck kurzfristig ansteigen, weshalb Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen extreme Heiss-Kalt-Wechsel vorsichtiger angehen sollten.
Relativ gut belegt sind kurzfristige Effekte wie eine verbesserte Durchblutung und vorübergehende Veränderungen von Blutdruck und Gefässsteifigkeit. Eine grosse finnische Kohortenstudie an 2'315 Männern aus Ostfinnland zeigt zudem, wer häufiger saunierte, wies über einen Beobachtungszeitraum von rund 20 Jahren ein geringeres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und eine niedrigere Gesamtsterblichkeit auf (Laukkanen et al., 2015).
Ob das an der Sauna selbst liegt oder an anderen Lebensgewohnheiten dieser Männer, lässt sich aus einer solchen Beobachtungsstudie allein nicht sicher trennen. Viele der im weiteren Verlauf dieses Beitrags zitierten Studien stammen aus derselben finnischen Langzeitkohorte (KIHD-Studie) – ein Hinweis, den wir aus Gründen wissenschaftlicher Transparenz nicht verschweigen möchten.

Hier ist Vorsicht angebracht. Wärme beeinflusst nachweislich Immun- und Entzündungsreaktionen und aktiviert Stress- und Hitzeschutzmechanismen im Körper. Ein zuverlässig stärkeres Immunsystem oder deutlich seltenere Erkrankungen lassen sich daraus aber nicht ableiten.
Es gibt Hinweise darauf, dass regelmässiges Saunieren mit weniger Atemwegserkrankungen verbunden sein könnte. Eine unabhängige, kontrollierte Studie zeigte eine Halbierung von Erkältungsepisoden (Ernst et al., 1990), und dieselbe finnische Langzeitstudie wie oben beobachtete bei häufigem Saunieren ein um bis zu 41 % geringeres Risiko für schwere Atemwegsinfekte (Kunutsor et al., 2017). Das ist ein Grund, warum gerade in der kalten Jahreszeit, wenn Erkältungen in der Deutschschweiz häufiger auftreten, viele öfter zur Sauna greifen.
Die Datenlage dazu ist allerdings deutlich schwächer als etwa für ausreichenden Schlaf, Bewegung, Impfungen oder eine ausgewogene Ernährung (Laukkanen et al., 2018a). Ein positiver Effekt ist durch die Anregung von Schleimhautdurchblutung und Immunsystem physiologisch plausibel, seine tatsächliche Grösse lässt sich aber nicht zuverlässig beziffern, da Beobachtungsstudien den Einfluss eines insgesamt gesünderen Lebensstils kaum vollständig herausrechnen können.
Nein. Die eigentliche Entgiftung übernehmen Leber und Nieren. Im Schweiss selbst stecken nur geringe Mengen an Stoffwechselprodukten. Die Vorstellung, man könne sich in der Sauna gezielt entgiften, gilt als übertrieben, auch wenn sich der Körper danach leicht und gereinigt anfühlt – dazu weiter unten mehr im Abschnitt zur Entschlackung.
Die Hitze öffnet die Poren und regt die Durchblutung der Haut an, wodurch sich Schweiss und abgestorbene Hautschüppchen leichter lösen. Nach dem Saunagang ist die Haut vorübergehend trockener als sonst, eine reichhaltige Feuchtigkeitspflege gleicht das aus. Bei bestehenden Hautkrankheiten wie Neurodermitis oder Schuppenflechte klären Sie vorab mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab, ob und wie Sie saunieren können.
Die feuchte Wärme in der Sauna befeuchtet die Schleimhäute und kann bei chronischen Atemwegsbeschwerden entlastend wirken. Bei einem akuten Infekt der Atemwege sollten Sie dagegen auf den Saunabesuch verzichten – mehr dazu im Abschnitt zu den Situationen, in denen Sie einen Saunabesuch meiden sollten.
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Während der Hitze reagiert Ihr Blutdruck individuell unterschiedlich. Er muss nicht sofort sinken. Nach dem Saunagang wird jedoch häufig ein vorübergehender Blutdruckabfall beobachtet:
| Zeitpunkt | Blutdruck (systolisch/diastolisch) |
|---|---|
| Vor der Sauna | ca. 137/82 mmHg |
| Nach 30 Minuten Sauna | ca. 130/75 mmHg |
Über mehrere Wochen betrachtet zeigt sich dieser Effekt auch im Risiko für die Entstehung von Bluthochdruck selbst. Bei 2 bis 3 Saunagängen pro Woche war dieses Risiko um 24 % niedriger, bei 4 bis 7 Saunagängen pro Woche um 46 % (Zaccardi et al., 2017). Dieser Effekt ist dennoch deutlich geringer und wissenschaftlich weniger gesichert als bei Bewegung, Gewichtsreduktion oder Blutdruckmedikamenten (Laukkanen et al., 2018a). Wenn bei Ihnen bereits ein erhöhter Blutdruck bekannt ist, empfiehlt sich vor dem ersten Saunagang eine Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Wärme löst Muskelverspannungen und verbessert kurzfristig die Beweglichkeit der Gelenke. Bei Rheuma-Beschwerden wird das oft als angenehm empfunden. Bei akuten, entzündlichen Rheumaschüben ist von einem Saunagang jedoch abzuraten, da Wärme die Entzündung verstärken kann. Direkt nach dem Sport gehören Sie nicht sofort in die Sauna. Eine Pause von 20 bis 30 Minuten gibt Kreislauf und Körpertemperatur Zeit, sich zu beruhigen, bevor die zusätzliche Hitze dazukommt.
Eine tatsächliche Entschlackung im medizinischen Sinn findet beim Saunieren nicht statt – diese Aufgabe übernehmen, wie bereits erwähnt, Leber und Nieren unabhängig davon, ob Sie saunieren oder nicht. Was aber real ist, das entspannte Gefühl danach. Es entsteht durch die Ruhephase nach dem Wechsel aus Hitze und Abkühlung und ist das, was viele fälschlicherweise als "Entschlackung" beschreiben.
Der erhöhte Puls während des Saunagangs verbrennt zwar geringfügig mehr Kalorien, der spürbare Gewichtsverlust danach besteht jedoch fast ausschliesslich aus Wasser, das Sie beim Trinken rasch wieder ausgleichen. Dauerhaftes Abnehmen durch Schwitzen ist damit ein Mythos. Saunieren ersetzt weder Sport noch eine Ernährungsumstellung, kann eine gesunde Lebensweise aber sinnvoll ergänzen.
Eine Bio-Sauna arbeitet mit niedrigeren Temperaturen und einer höheren Luftfeuchtigkeit als die klassische finnische Sauna, oft ergänzt durch ätherische Öle. Diese bio sauna vorteile machen sie besonders hautschonend und für Einsteigerinnen und Einsteiger geeignet, die die trockene Hitze einer finnischen Sauna als zu intensiv empfinden. Ein separates Bio-Sauna-Sortiment führen wir aktuell nicht. Bei Arrigato finden Sie diese feuchtwarme Wirkung aber in der Innenkabine mit Dusche und Dampf ab CHF 6'999. Die Kombination aus Sauna, Dusche und Dampffunktion sorgt für eine ähnliche Atmosphäre. Einen Überblick über Innensauna, Aussensauna und Fasssauna finden Sie auf unserer Produktseite.
Eine exakt festgelegte Mindestdosis gibt es nicht. Für gesunde Menschen gilt folgender Richtwert:
| Merkmal | Empfehlung |
|---|---|
| Häufigkeit | 1 bis 3 Saunabesuche pro Woche |
| Dauer pro Saunagang | 8 bis 15 Minuten |
| Saunagänge pro Besuch | meist 2 bis 3 |
| Zwischen den Gängen | ausreichend abkühlen und trinken |
Herz-Kreislauf-Studien haben teilweise mit drei bis sieben Anwendungen pro Woche über mehrere Wochen gearbeitet. Mehr ist dabei aber nicht automatisch besser. Entscheidend sind Regelmässigkeit, Verträglichkeit und ausreichendes Trinken zwischen den Gängen. Wie oft Sie tatsächlich saunieren, hängt zudem davon ab, wie einfach der Zugang in Ihrem Alltag ist. Gerade im Deutschschweizer Winterhalbjahr, wenn ein Besuch in der öffentlichen Sauna oder Therme mit Anfahrt und Terminplanung verbunden ist, senkt eine eigene Sauna im Garten oder Keller die Hürde für regelmässige Saunagänge spürbar.
Tipps für den optimalen Saunabesuch
• Vor dem Saunagang ausreichend Wasser trinken.
• Abkühlphasen zwischen den Gängen nicht überspringen.
• Ruhezeiten von mindestens 15 Minuten einplanen.
• Saunagang auf 8 bis 15 Minuten begrenzen.
Einen Überblick über die verschiedenen Saunaarten finden Sie auf unserer Produktseite.
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Die folgende Übersicht zeigt, wann Sie auf einen Saunabesuch verzichten sollten und wann eine ärztliche Rücksprache vorab sinnvoll ist:
| Situation | Empfehlung |
|---|---|
| Erkältung, Husten, akutes Fieber, allgemeines Krankheitsgefühl | Saunabesuch meiden |
| Unkontrollierter Bluthochdruck oder sehr niedriger, schlecht eingestellter Blutdruck | Saunabesuch meiden, vorab Arzt konsultieren |
| Lungenerkrankungen | Saunabesuch meiden |
| Herzbeschwerden, kürzlicher Herzinfarkt, instabile Angina pectoris | Saunabesuch meiden, ärztliche Rücksprache nötig |
| Ausgeprägte Herzrhythmusstörungen, schwere Herzinsuffizienz | Ärztliche Rücksprache vor jedem Saunagang |
| Epilepsie | Saunabesuch meiden |
| Akute Entzündungen, deutliche Kreislaufschwäche | Saunabesuch meiden |
| Nierenleiden | Saunabesuch meiden |
| Medikamente, die die Kreislaufreaktion auf Hitze beeinflussen | Vorab mit Ärztin oder Arzt abklären |
Ältere oder gebrechliche Personen reagieren auf Wärme tendenziell stärker mit einem Blutdruckabfall und sollten deshalb vorsichtiger vorgehen. Alkohol und Sauna vertragen sich nicht gut. Beide erweitern die Gefässe und erhöhen so das Risiko für Kreislaufprobleme. Bestehen bei Ihnen eine oder mehrere der genannten Situationen, sprechen Sie einen Saunabesuch vorab mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.
Saunieren verbessert nachweislich die Durchblutung, entspannt Muskulatur und Psyche und pflegt die Haut. Wie stark Immunsystem und Blutdruck langfristig profitieren, ist wissenschaftlich noch nicht abschliessend geklärt.
Der Kalorienverbrauch steigt leicht. Der Gewichtsverlust danach ist aber reiner Wasserverlust. Ein Ersatz für Sport oder eine Ernährungsumstellung ist Saunieren nicht.
Ein bis drei Mal pro Woche gilt als praktischer Richtwert – mit zwei bis drei Saunagängen von je 8 bis 15 Minuten pro Besuch. Passen Sie die Häufigkeit an Ihre persönliche Verträglichkeit an.
Wärme kann Muskeln und Gelenke entspannen und die Beweglichkeit kurzfristig verbessern. Bei akuten, entzündlichen Rheumaschüben und bei starken Beschwerden sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
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